Norton Rose Outsourcing-Umfrage - Flexibilität ist Trumpf in Krisenzeiten

2 February 2012

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  • 69 Prozent der Teilnehmer nennen Flexibilität als zentralen Motivationsfaktor für Outsourcing. Demgegenüber waren es in der vorausgegangenen Umfrage 2008 nur 10 Prozent.
  • 62 Prozent der Dienstleister sind der Ansicht, die weltweite Finanzkrise habe zu härteren Preisverhandlungen geführt.
  • 61 Prozent der Dienstleister und 66% der Kunden meinen, in den vergangenen zwei Jahren habe eine Verschärfung der Due Diligence-Prüfungen stattgefunden.
  • 65 Prozent der Kunden und Dienstleister geben an, dass sie das Schlüsselpersonal ihrer Outsourcingprojekte nicht gesondert auf dessen Eignung prüfen.
  • Nur 8 Prozent der Dienstleister sind der Meinung, sie seien dafür zuständig, sich gegen politische Risiken bzw. Risiken in fremden Rechtssystemen abzusichern. Dagegen sind 48 Prozent der Unternehmen der Ansicht, dies läge in der Verantwortung der Dienstleister.
  • 78 Prozent der Kunden gehen davon aus, dass das Risiko eines möglichen Datenverlustes gemeinsam getragen werden sollte. In der vorausgegangenen Umfrage 2008 waren es lediglich 13 Prozent.
  • 58 Prozent der Kunden stellen keinen Risikomanager ein; nur 51 Prozent verwenden eine dokumentierte Risikomatrix.

Laut einer Umfrage der internationalen Wirtschaftskanzlei Norton Rose „Outsourcing in a brave new world - An international survey of current outsourcing practice and trends“ geben 69 Prozent aller Befragten an, Flexibilität sei der zentrale Motivationsfaktor für Outsourcing. Die Sozietät hatte bereits 2008 eine Befragung zu dem Thema durchgeführt, damals waren es lediglich 10 Prozent gewesen.

Dr. Flemming Moos, Partner im Hamburger Büro von Norton Rose und Fachanwalt für IT-Recht:

„Die Wirtschaftskrise ist auch im Outsourcing-Sektor angekommen. Viele Unternehmen legen heute einen stärkeren Fokus auf Flexibilität und schauen sehr genau auf den Kosten-Nutzen Faktor.

Die Kunden müssen freilich darauf achten, solche Flexibilitätsanforderungen auch in ihren Outsourcingverträgen umzusetzen. Dies beginnt bereits bei dem Preismodell: dieses muss Schwankungen im Leistungsumfang kostenmäßig sachgerecht reflektieren, z. B. durch eine Abrechnung nach Stückkosten. Unmittelbar flexibilitätsrelevant sind auch Regelungen bzgl. der Abnahme von Mehr- und Mindermengen, Rechte zur Abkündigung, zum Aussetzen und zum Austauschen einzelner Services sowie schließlich Verpflichtungen des Dienstleisters zur Beendigungsunterstützung.

Soweit der Fokus der Kunden auf Kostensenkung liegt, sollten nicht die reinen Zahlen sondern der “value for money“ betrachtet werden. Schmälert man die Margen der Dienstleister zu stark, kann dies durchaus Einbußen der Servicequalität mit sich bringen. Umgekehrt sind erwartete Leistungssteigerungen angemessen einzupreisen. Auch die Übernahme von Risiken durch den Dienstleister wirkt sich unmittelbar auf die Kosten der Leistungserbringung aus. Kunden sollten deshalb sorgfältig prüfen, welche Risken sie selbst übernehmen können, und welche Sie auf den Dienstleister abwälzen.“

Die Umfrage ergab weiter, dass 66 Prozent der befragten Unternehmen keine eingehende Überprüfung des Personals ihres Dienstleisters durchführen. Unternehmen sind darüber hinaus zunehmend bereit, die Verantwortung für einzelne Risiken bei Outsourcing-Projekten - wie Projektverzögerungen oder Datenverlust - zu übernehmen. Allerdings gehen die Ansichten etwa in dem Punkt auseinander, ob Kunde oder Dienstleister die Verantwortung für politische Risiken zu tragen hat.

Jamie Nowak, Leiter der Münchner Technology-Praxis von Norton Rose dazu:

„Die Mehrheit der Kunden geht davon aus, dass ihr Dienstleister sein eigenes Personal sorgfältig ausgewählt hat und überwacht und sieht keine Notwendigkeit, hier selbst aktiv zu werden. Dies überrascht angesichts der weitreichenden Auswirkungen, die ein einzelner korrupter Mitarbeiter auf den Ruf eines Unternehmens und aller damit verbundenen Gesellschaften haben kann. Dies wird durch die Reichweite der gesetzlichen Compliance-Regelungen, bspw. des UK Bribery Act 2010, noch unterstrichen.

Unternehmen, die einen Teil ihrer Geschäftstätigkeit outsourcen, sollten daher sichergehen und überprüfen, dass alle Mitarbeiter, die eng mit ihrem Betrieb und ihren Kunden zusammenarbeiten, über die erforderliche Qualifikation und Eignung verfügen.

Darüber hinaus sollten Dienstleister mit ihren Kunden offen über die Risiken einer Geschäftstätigkeit in bestimmten Jurisdiktionen sprechen. Zwar ist etwa die Hälfte der befragten Kunden der Ansicht, es sei Aufgabe des Dienstleisters sich davon zu überzeugen, ob eine Tätigkeit in der gewählten Region möglich ist. Der Kunde sollte dies allerdings auch selbst tun und gegebenenfalls auf einen „Plan-B“ zurückgreifen können.“

„Outsourcing in a Brave New World“ ist bereits die zweite Umfrage von Norton Rose zu diesem Thema. Sie beleuchtet die Ansichten von CIO’s, CEO’s, Inhouse-Juristen und Leitern der Einkaufsabteilungen von Anwenderunternehmen sowie Vertriebsleitern von Outsourcing-Dienstleistern. Die Befragten gehören Unternehmen verschiedenster Branchen (Technologie, Einzelhandel, Banken und Versicherungen, Transport, Energie und Infrastruktur) an.

Die vollständigen Umfrageergebnisse sowie weiterführende Analysen sind unter folgendem Link abrufbar: Outsourcing in a Brave New World.

Kontakt:

Kathrin Zander, PR & Communications Executive Germany
Norton Rose LLP
Tel.: +49(0)89 212148-360 
kathrin.zander@nortonrose.com